Krebsvorsorge

Krebs erkennen, bevor er entsteht oder Beschwerden macht, das ist das Ziel der Vorsorge, die jede Frau wahrnehmen sollte. Die zwei der häufigsten Krebsarten, die Frauen betreffen, nämlich Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und Brustkrebs (Mammakarzinom) , können durch die gynäkologische Untersuchung anhand von Vorstufen oder bereits im Frühstadium erkannt werden, was die Heilungschancen erheblich erhöht. Besonders Frauen mit bekannter erblicher Vorbelastung werden Maßnahmen zur Früherkennung empfohlen. In Deutschland können junge Frauen ab 20 Jahren jährlich am gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm teilnehmen, das unterschiedliche Untersuchungen in verschiedenen Altersstufen umfasst. Die Kosten für die Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Über zusätzliche IGeL-Leistungen informieren wir Sie gerne.
Folgende Untersuchungen werden empfohlen und von uns durchgeführt:

Untersuchung der Geschlechtsorgane – jährlich ab dem 20. Lebensjahr
Nach gezielter Anamnese bzw. Erfragung eventueller Beschwerden findet auf dem gynäkologischen Stuhl eine Tastuntersuchung statt. Zunächst wird der sichtbare Bereich untersucht. Dieser umfasst die großen und kleinen Schamlippen, den Scheideneingang und die Scheide. Von außen über die Bauchdecke und von innen über den Scheideneingang werden Gebärmutter, Gebärmutterhals bzw Muttermund abgetastet, um mögliche Veränderungen festzustellen. Mit einem Spekulum wird anschließende vorsichtig die Scheide geöffnet, um die inneren Geschlechtsorgane zu betrachten und Untersuchungsmaterial vom Gebärmuttermund und aus dem Gebärmutterhals für den sogenannten Pap-Test zu entnehmen.

Zell-Abstrich ( Pap-Test) – jährlich ab dem 20. Lebensjahr
Der Pap-Test wurde 1928 vom griechischen Arzt George Papanicolaou entwickelt und ist eine zytologische Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Mit Hilfe des Abstrichs lassen sich auffällig veränderte Schleimhautzellen finden. Verändert bedeutet aber nicht gleich, dass eine Krebserkrankung vorliegt. In den meisten Fällen handelt es sich lediglich um eine Entzündung. Vorstufen von Krebs werden eher selten gefunden. Die Proben werden ins Labor geschickt und die Befunde nach Stufen eingeteilt. Je nach Ergebnis werden weitere Untersuchungen nötig, über die wir Sie selbstverständlich aufklären. Folgende Abstufungen werden vorgenommen:

Pap 0 – Zellabstrich unzureichend
Pap I – unauffälliger Normalbefund
Pap II – leichte Zellveränderungen ohne Verdacht auf Krebs oder eine Krebsvorstufe
Pap III – der Befund ist unklar und muss mit weiteren Untersuchungen abgeklärt werden
Pap IIID – es liegen Dysplasien, also Zellveränderungen, aber kein Krebs vor.
Pap IV – Vorstufen oder Frühstadium eines Gebärmutterkarzinoms sind möglich. Weitere Untersuchungen zur genauen Abklärung des Befunds sind nötig.
Pap V – bösrtige Tumorzellen wurden gefunden, eine Krebsdiagnose ist sehr wahrscheinlich

Untersuchung der Brust – jährlich ab dem 30. Lebensjahr
Bei dieser Untersuchung werden die Brustdrüsen und die dazugehörigen Lymphknoten in den Achselhöhlen abgetastet, um eventuelle Verhärtungen oder knotenartige Veränderungen festzustellen. Außerdem wird Ihnen erklärt, wie Sie Ihre Brust selbst regelmäßig abtasten können, um Auffälligkeiten zu erkennen.
Zusätzlich bieten wir Ihnen einen Ultraschall der Brust an, dessen Kosten jedoch eine individuelle Gesundheitsleistgung (IGeL) darstellen und nicht im Rahmen der Früherkennung von den Krankenkassen übernommen werden.

Mammographie-Screening – alle zwei Jahre zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr
Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken steigt mit dem zunehmenden Alter an, daher werden die Kosten dieser spezielle Röntgenuntersuchung im Rahmen des Krebsfrüherkennungsprogramms seit 2005 von den Krankenkassen übernommen. Die Mammographie ist eine Methode zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom) und die derzeit beste Methode, um selbst kleinste Veränderungen in der Brust sichtbar zu machen.